Katharina Laboure` - die "Heilige der Wunderbaren Medaille"

Leicht hat sie es nie: Früh verliert die fröhliche Katharina, 1806 als neuntes von elf Kindern eines Burgunder Bauers und einer Dorflehrerin geboren, ihre Mutter. Als Neunjährige kommt sie für zwei Jahre zu einer Tante und verspricht bei ihrer Rückkehr - kaum 12 Jahre alt - Vater und Brüdern, den ganzen Haushalt zu machen, wenn ihre älteste Schwester in den Orden der Vinzentinerinnen‑Schwestern eintreten darf, was diese so gerne möchte. Nur zögernd willigt Vater Laboure` ein. Von da an macht Katharina zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Tonine die Hauswirtschaft des ganzen Anwesens. Trotz dieser grossen Anstrengung versäumt sie es nie, die Morgenmesse in der Kirche des Nachbardorfes Moutiers Saint Jean zu besuchen. Mit den Jahren wächst so ihre Beziehung zu Gott immer mehr. Sie betet und opfert viel, und Freunde sagen: "Sie ist ganz mystisch!"

Nach einem Traum, in dem ein alter Priester sie auffordert, sich der greisen und kranken Menschen anzunehmen und ihr mitteilt: "Gott hat grosse Absichten mit dir", reift ihr Entschluss, das klösterliche Leben zu wählen. Doch der Vater wehrt energisch ab: "Du gehst nicht auch noch dorthin!" Um Katharina auf andere Gedanken zu bringen, schickt er sie nach Paris, wo ihr Bruder ein Arbeiterlokal betreibt. In der Gaststube tut sie Dienst, fern der Heimat und der kleinen Dorfkirche und fern auch von ihrem Ziel, ganz für Gott zu ]eben. Es wird ein hartes Jahr für die junge Frau. Der Bruder, der ihre Trauer sieht, schickt sie zu seiner Schwägerin Huberta nach Chatillon sur Seine, wo Katharina in einem Pensionat arbeiten kann. Frau Huberta unterstützt das junge Mädchen bei seinem Entschluss, ins Kloster zu gehen. Ihr gelingt es schliesslich auch, Vater Laboure` umzustimmen.

So ist der 21. April 1830 ein grosser Tag für Katharina: Sie schreitet durch die Pforte des Mutterhauses der Vinzentinerinnen, Nr. 140, in der Rue du Bac in Paris und wird Novizin. Als ihr im Kloster dann ein Bild des Ordensgründers, des Heiligen Vinzenz, gezeigt wird, erkennt sie darin den Priester, der ihr im Traum erschienen war. Schon wenige Monate nach ihrem Eintritt ins Kloster hat sie die Muttergottes­Erscheinungen, in denen ihr Maria die Verbreitung der "Wunderbaren Medaille" aufträgt.

Bis zu ihrem Tod wird niemand (außer Schwester Oberin, dem Spiritual Pater Aladel und dem Erzbischof von Paris) erfahren, dass sie die "Begnadete der Erscheinung Unserer Lieben Frau von der Wunderbaren Medaille" ist. Während schon tausende Medaillen in ganz Europa verbreitet werden, lebt Schwester Katharina unbekannt inmitten ihrer Arbeit und ihrer Mitschwestern. Kaum beachtet, verrichtet sie als Schwester im Altenheim von Enghien, (wohin sie nach ihrem Noviziat versetzt wurde), die anfallenden Arbeiten im Hühnerhof, der Wäscheküche, im Garten und im Haushalt. Sie widmet sich ganz der Betreuung und Pflege alter und kranker Menschen, während sie selbstverständlich selbst unentwegt die Wunderbare Medaille verteilt. Am 31. Dezember 1876 stirbt Schwester Katharina Laboure` 70jährig. Drei Tage später wird ihr Leib in einem Kellergewölbe unter jener Kapelle, in der sie 47 Jahre lang gebetet hatte, beigesetzt.

Schon 1907 beginnt der Seligsprechungsprozess. 1933 lässt Kardinal Verdier im Hinblick auf ihre Seligsprechung ihr Grab öffnen. Zum Erstaunen der anwesenden Ärzte und weiterer Zeugen ist Katharinas Leib unversehrt, obwohl er 56 Jahre in einem feuchten Grab gelegen hatte. Selbst die Augen der Toten haben ihre blaue Farbe behalten. Man legt ihren Leib in einen Glasschrein, der noch heute in der Kapelle in der Rue du Bac steht. Am 27. Juli 1947 spricht Papst Pius XII. Katharina Laboure` heilig.







Freitag, 20.10.2017, 08:55 Uhr Besucher gesamt: , Heute: , Momentan: © 2001-2017 by www.wunderbare-medaille.de